ufaFabrik

Als ich über den zweiten Bildungsweg meinen Realschulabschluss nachholte, wurde mir von einem Lehrer[1] nahegelegt, das Berufspraktikum in der ufaFabrik zu absolvieren. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch, in dem noch nicht modernisierten Cafe Olé, bekam ich einen regenbogenfarbenen Stempel auf meine Bewerbungsunterlagen. Ich wußte sofort dass ich am richtigen Ort war. Mein “Praktikum” fiel sehr viel bunter aus als manche Praktika von Schulkollegen, die für die Buchhaltung in Sanitärfirmen arbeiteten. Ich bin für dieses Privileg bis heute noch sehr dankbar! Nach meinem Schulabschluss kehrte ich in die ufaFabrik zurück und erlebte dort einige sehr schöne Jahre. Unter anderem war ich am Sunset-Varieté beteiligt und habe tatkräftig den Aufenthalt des Circus Ethiopia unterstützt. Eine kurze Episode als Backgroundsänger für Circus United [2] stieg mir zu Kopf und danach leistete ich meinen Zivildienst im N.U.S.Z (Nachbarschafts- und Selbsthilfe Zentrum) ab. Meine Mitarbeit an der ufaFabrik-Webseite 1.0 leitete dann meinen Abschied und meinen Aufbruch in die Welt der Berliner Medien ein. Erst einige Zeit später wurde mir klar, dass ich in frühester Kindheit schon einmal mit meiner Familie in der ufaFabrik war. Wir schauten damals”Die drei Tornados” an und ich war als Kind beeindruckt, dass die Darsteller nach der Show neben uns im Cafe saßen.


1. Mein damaliger Mathe-Lehrer spielte mit Juppy Becher, einem der Gründer der ufaFabrik, regelmäßig Fußball.
2. Wir traten auf der “Charity 98″, einem Benefizkonzert in der Oberhausen-Halle, auf. Unter anderem waren im Backstage die N-Sync (mit Justin Timberlake), Blümchen, DJ-Bobo, Kai Pflaume, Ricky Martin uvm. Wir fuhren in zwei Vans mit getönten Scheiben vor und wurden von Fans, die glaubten, es mit berühmten Persönlichkeiten zu tun zu haben, angekreischt. Ich sag euch das springt über. Ich wollte danach gern Pop-Star werden… war aber in dieser Hinsicht talentfrei. Hier gibt es noch ein Video, das ich aus dieser Zeit finden konnte.