Tribut to a colorful youth

Nach einem Jahr und ein paar kleinen Umwegen zogen wir mit meiner Mutter nach Berlin-Kreuzberg. Ich wurde erneut eingeschult und lernte das Lesen und Schreiben mit Fu, der sprechenden Socke. Alles verlief ruhig bis zu der Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986. Mein damaliger Stiefvater Henning, versiegelte nach Bekanntwerden der Nachricht die Fenster, kaufte Milchpulver und Konserven und wir durften das Haus nicht mehr verlassen. Drei Tage später waren wir bereits auf dem Weg nach Spanien, da meine Eltern sicher waren, daß die Regierung das Ausmaß der Katastrophe erheblich herunterspielte. Wir aßen “Dosenfutter” vom Campingkocher auf Autobahnhaltestellen und schliefen im Passat. Einige Tage später setzten wir mit der Autofähre von Barcelona nach Ibiza und dann nach Formentera über. Durch die plötzliche Ankunft und mangels Unterkunft wohnten wir fast ein ganzes Jahr in alten Militärzelten unter einer Pinie auf dem Gelände eines Bekannten. Morgens lief ich über Felder und kletterte über Mauern um meinen Schulbus zu erreichen. Ich liebte es – Abenteuerurlaub rund um die Uhr.

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