Diki

Diese Seite ist meinem mentalen und sozialen Vater Diki gewidmet (leiblicher Vater von meinem Bruder Roddy), einem Vorbild und Mentor, bei dem ich erst in meiner späten Jugend wirklich begriff, was für ein Glück ich habe ihn in der Familie zu haben. Ich hege einen tiefen Respekt für sein zurückgezogenes und genügsames Leben das er seiner Kunst widmet. Zusammen mit seinem Hausgeist “Schwarzi” überwintert und lebt Diki in relativer Einsamkeit auf dem “Kap der Barbarei” in Formentera wohingegen der Sommer sich zu einer  lebhafteren Zeit durch Besuche verschiedener Menschen verkehrt. In den leisen und ruhigen Zwischentönen dieser Extreme geht Diki seiner Holzbildhauerrei nach. Mit seiner Kunst folgt er seinem Gefühl zum Holz und der ihr innewohnenden Struktur. Abends knistert im Winter dann das Feuer und bei Kerzenschein spielt Diki seine Flöte, unterhält mit alten Geschichten etwaige Besucher oder lauscht einem krächzenden Radiobericht der BBC. Sein Haus und sein Leben ist Ordnung in der Unordnung. Sein Lebenswandel begann in seinen Dreißigern als er über die Flower-Power-Bewegung “ausstieg” und in die Welt reiste . Vom gelernten”Hairdresser” jüdischer Abstammung aus Chicago (Militär, Cadilac und Rock’n'Roll) wandelt sich Diki zu einem in Indien lebenden Bettelmönch. Jedoch zwangen ihn gesundheitliche Gründe dazu diese doch extreme Abkehr von der westlichen Gesellschaft letztlich aufzugeben. Einen Kompromiss fand Diki in Formentera, einer idyllischen und ruhigen Mittelmeerinsel. Diese mit gerade mal zwei Teerstrassen und einigen tausend Hippies bevölkerte Insel (es gab gerade mal 3 Polizisten) war ein pulsierender Geheimtipp unter den Aussteigern. Diki gehöhrt zu den wenigen Menschen die ihrem Lebensstil und ihrer Überzeugunge aus Zeiten der Achtundsechzigerbewegung treu geblieben sind. Ich schätze gerade diese Authentizität sehr an ihm. Gerade vor dem Hintergrund des rasanten Wandels der Insel (und der Welt) und seiner Bewohner ist mit Diki und seinem Lebensstil auch ein Teil der alten Geschichte und Lebensweise erhalten geblieben: einer Zeit, in der die Uhr nicht das Geschehen diktierte und Profit nicht die treibende Kraft der Anwohner war gleich dem Bild der alten Frau in Tracht, die den Camino zur Klippe entlangschlendert. Gemächlich ist ihr Gang und ihre Hände, gemütlich auf dem Rücken verschränkt, sind von etlichen Falten überzogen. Vor sich treibt sie eine Herde Schafe und ab und zu schnalzt sie mit der Zunge oder ruft ihnen zu. Diese Frau ist eines der letzten Urgesteine Formenteras und zu diesen zähle ich auch meinen Stiefvater, der immer großen Respekt für das einfache und ländliche Leben hegte und so selbst mit der Insel verwuchs.

Eine Seite die ich ins Netzt gestellt habe (erwartet keine Email von Diki… that’s  definitely not going to happen!) mit weiteren Bildern findet ihr hier.